Alltägliches

Bitte nicht anfassen

Irgendwie hat man es als Besitzer einen niedlichen und so süß schauenden Hundes nicht einfach. Man sieht sich mit täglichen Problemen konfrontiert, die ein Besitzer einen großen und grimmig drein schauenden Vierbeiners vermutlich nicht haben wird. Fremde Menschen wollen unbedingt dieses überaus niedliche Hündchen (ja so wurde Nele schon bezeichnet) anfassen und streicheln.

Vorher Fragen wird leider oft überbewertet

Wir wohnen in einem wirklich sehr kleinen Dorf. Hier ist es kein Problem, irgendwie kommt hier niemand auf die Idee einen fremden Hund einfach so anzufassen. Aber ich arbeite in einer größeren Stadt und mittlerweile hat es sich zumindest auf unseren bevorzugten Routen rum gesprochen, das ich es nicht möchte, dass Nele ohne zu Fragen angefasst wird. Ich persönlich mag das nicht und Nele mag das in den allermeisten Fällen schon gar nicht. Männern gegenüber ist sie generell misstrauisch und ist froh wenn diese sie in Ruhe lassen. Von Kindern wurde sie einmal zu oft geärgert und mag diese darum auch nicht besonders gerne. Schon gar nicht wenn diese wild fuchtelnd und schreibend auf sie zurennen.

Toll wäre es wenn die Menschen vorher fragen würden ob sie meinen Hund mal streicheln dürften. Dann bestünde zumindest die Möglichkeit darüber aufzuklären, dass dies womöglich für beide Seiten keine gute Idee ist und warum das so ist. Wenn Nele dann signalisiert, das sie den jeweiligen Menschen nicht ganz so schrecklich findet, könnte man eventuell sogar einen Versuch wagen. Aber nach meinen Spielregeln.

Unwissenheit schützt vor Bissen nicht

Meiner Meinung nach könnten eine Menge Hundebisse vermieden werden, wenn sich die Menschen informieren würden, wie man sich einem Hund nähert. Welche Signale so ein Hund aussendet und wie man diese zu deuten hat. Oder sie machen einfach ihren Mund auf und reden mit dem Besitzer.

Das Dusseligste was mir einmal passiert ist, dass eine Mutter ihre Tochter im Kindergartenalter ohne zu fragen zu Nele zum Streicheln geschickt hatte. Wir gehen ab und an auf unserem Weg an einem Kindergarten vorbei. Die Mittagsrunde findet dann wohl zur Abholzeit statt. Viele Kinder und noch mehr Erwachsene. Eigentlich für Nele eine sehr gute Gelegenheit um zu lernen. Eigentlich! Wären dann nicht Mütter, die es eigentlich besser wissen müssten, da doch ein eigener Hund vorhanden ist.

Das Kind erwähnte wie süß Nele doch wäre und wie lieb sie ausschauen würde. Die Mutter erwiderte darauf nur „dann lauf schnell hin und streichle den Hund doch mal“ Hui gleich drei falsche Aussagen in einem Satz. Laufen, schnell und einfach so streicheln. Ich hab mich dann gerade noch vor Nele werfen können, die angesichts des heraneilenden Kindes schon deutliche Signale des Unwohlseins zeigte. Ich weiß nicht wie Nele reagiert hätte aber ich habe auch keine Lust dass auf diese Weise heraus zu finden. Egal was vorher war, am Ende ist doch eh immer der Hund schuldig und der leidtragende.

Bitte Fragen

Da gibt es dann aber auch erfreulicher Weise jene Kinder, die in angemessenem Abstand ruhig stehen bleiben und fragen ob Nele lieb ist und sie dies mal streicheln dürfen. Dann habe ich auch die Chance zu erklären, warum Nele so vorsichtig ist und wie sie sich ihr nähern müssen und worauf sie achten sollen. Bisher ergaben sich daraus immer sehr nette Gespräche mit Eltern und dem Kind.

Wir Hundebesitzer beißen nicht, aber ob das unser Hund eventuell tut sollte doch bitte vorher in einem Gespräch geklärt werden. Dann bleiben auch alle Finger dran und ein freundliches Miteinander ist möglich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.