Braucht mein Hund einen Maulkorb?
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Braucht mein Hund einen Maulkorb?

Das ist die Gretchenfrage, über die sich Hundehalter vortrefflich streiten können. Die einen sagen, ja es ist nicht verkehrt seinen Hund vorsorglich an einen gut sitzenden Maulkorb zu gewöhnen. Die anderen lehnen das vehement ab, denn ihr Hund braucht „so etwas“ nicht. Gleich vorweg, für Nele habe ich einen Maulkorb und sie ist auch daran gewöhnt ihn zu tragen.

Warum kann ein Maulkorb nötig sein?

Auch wenn der Hund sonst ganz brav ist, kann es Situationen geben, in denen es notwendig wird, dass er einen Maulkorb trägt. Da ist es eben von Vorteil, wenn zum einen ein gut passender Maulkorb vorhanden ist und zum anderen, der Hund langsam und schonend daran gewöhnt wurde ihn zu tragen. Bei Nele dient der Maulkorb in erster Linie zwei Zwecken.

Zum einen gibt es Situationen, in denen es für die Beteiligten sicherer ist, wenn Nele einen Maulkorb trägt. Diese trainieren wir natürlich und es wird immer seltener, dass sie ihn vorsorglich tragen muss. Aber solange dass nicht komplett abgestellt ist, wird sie ihn tragen müssen.

Zum anderen trägt ihn Nele oft wenn wir spazieren sind und sie sich im Freilauf befindet. Sie frisst leider alles was sich irgendwie als fressbar erweist und damit sie nicht Opfer eines Giftköders wird oder andere Dinge aufnimmt, die ihr schaden, hat sie den Maulkorb um wenn sie nicht an der Leine ist und ich auf sie einwirken kann.

Auch das Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln kann dazu führen, dass der Hund einen Maulkorb tragen muss. Bei der Deutschen Bahn zum Beispiel ist es Vorschrift. Auch bei Fahrten in Bestimmten Ländern muss zumindest ein Maulkorb mitgeführt werden.

Wie sieht der passende Maulkorb aus?

Das wichtigste zuerst, sogenannte Maulschlaufen aus Stoff oder Kunststoff, die eng am Hundemaul liegen und weder Hecheln noch trinken ermöglichen sind absolut nicht geeignet und bedeuten auch bei kurzem tragen für den Hund eine Quälerei.

Passende Maulkörbe gibt es aus Kunstoff, Leder oder Metall, Er sollte groß genug sein, dass der Hund sein Maul vollständig öffnen und hecheln oder saufen kann. Er sollte nirgendswo drücken, einengen oder gar scheuern. Er sollte aber auch nicht so weit sein, dass der Hund sich diesen abstreifen kann. Da hilft nur gut messen und mehrere Maulkörbe ausprobieren. Es kann eine Weile dauern, bis der passende Maulkorb gefunden wurde.

 

Wie gewöhne ich meinen Hund an einen Maulkorb?

Langsam und mit viel Geduld und am günstigsten wenn man sehr viel Zeit einplant. Bei Nele ging es recht fix und sie hatte innerhalb weniger Tage den Maulkorb akzeptiert. Es gibt aber auch sicherlich Hunde, die wesentlich länger brauchen.

Nachfolgende Schritte bitte langsam aufbauen und erst zum nächsten Schritt übergehen wenn ein Schritt ohne Probleme klappt. Die Übungszeiten kurz halten, dafür aber öfter am Tag mit dem Hund üben.

Schritt 1:
Erst mal den Maulkorb zeigen und beschnüffeln lassen. Keine weiteren Aktionen damit durchführen. Den Maulkorb öfter in die Hand nehmen oder rum liegen lassen, so dass der Hund ihn als gegeben hinnimmt und nichts besonderes darin sieht.

Schritt 2:

Maulkorb positiv verknüpfen (ohne ihn dem Hund aufzusetzen). Dabei hat mir die Hundeleberwurst geholfen. Ich hab einfach etwas an den Maulkorb getan und es Nele ablecken lassen. Erst außen und dann immer weiter innen, so das zum Schluss Nele ihre Nase ganz hinein stecken musste um die Leberwurst ablecken zu können. Zusätzlich hab ich dann auch hin und wieder Leckerchen von außen nach geschoben und sie so durch den Maulkorb gefüttert. Die schnallen bleiben bei diesem Schritt noch komplett offen und unberührt. Gelobt wird ausgiebig, solange der Hund seine Schnauze im Maulkorb hat.

Schritt 3:

Nun können während der HUnd aus dem Maulkorb frisst locker umgelegt werden – noch nicht schließen. Nach und nach kann dann auch der Maulkorb komplett angelegt werden. Anfangs nur für Sekunden später dann solange der Hund mit fressen beschäftigt ist.

Schritt 4:

Der Maulkorb bleibt auch dran, wenn der Hund fertig ist mit fressen. Zuerst werden die Leckerchen von außen weiter gefüttert, dies aber nach und nach reduziert. Auch kann die Übung nun nach draußen unter (langsam) steigender Ablenkung und Dauer gelegt werden. Alles sehr langsam und einfühlsam um den Hund nicht zu überfordern. Wenn der Hund versucht den Maulkorb abzustreifen wird er sanft daran gehindert und abgelenkt.

und Nele?

Das Anlegen des Maulkorbes ist bei uns immer noch mit der Leberwurst verbunden, was dazu geführt hat, das Nele sich machtig freut, wenn ich ihn in die Hand nehme. Auch weiß sie, dass dann meist ein toller Spaziergang folgt und so hat sie den Maulkorb absolut positiv verknüpft.

Gelegentlich versucht sie mal halbherzig ihn doch ab zu bekommen aber nach einem oder zwei Versuchen lässt sie es dann auch gut sein und schnüffelt in der Gegend rum oder tobt durch das Gelände. Ich kann dann auch entspannt den Spaziergang genießen, weil ich sicher sein kann, dass sie nichts frisst, was nicht für sie bestimmt ist.

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