Wurmkur
Gesundheit

Der (Un)sinn von Wurmkuren

Leider werden sie immer noch massenhaft von den Tierärzten verschrieben und ohne nachzufragen oder nachzudenken von den Hundehaltern an ihre Tiere verabreicht. Teilweise sogar im monatlichen Rhythmus.

Die Wurmkur

Wobei Kur sich doch so schön nach Wellness anhört. Bei Kur denke ich an Massagen, Entspannung etc. Eine verabreichte Wurmkur wirkt i.d.R. 24 Stunden.<br/>In dieser Zeit werden Würmer und deren Entwicklungsstadien, die sich im Darm des Tieres befinden, abgetötet. Der Hund hat dann keine Würmer mehr und scheidet auch keine ansteckenden Wurmeier mehr aus. Allerdings kann er sich direkt neu anstecken, indem er neue Wurmeier aufnimmt. In diesem Fall dauert es dann einige Wochen, bis sich im Darm des Tieres wieder neue Würmer entwickelt haben und ansteckende Eier ausgeschieden werden

Bei Spulwürmern dauert dies rund 4 Wochen, bei Bandwürmern meist länger. Bei den eher selten vorkommenden Hakenwürmern können es auch weniger als 4 Wochen sein. <br/><br/>Eine Wurmkur ist eine Direktbehandlung! Sie ist keine prophylaktische Maßnahme, wie z.B. ein Spot-on gegen Zecken!

Je nach Wirkstoff wirkt eine Wurmkur (uahh ich hab Würmer auf Sonnenliegen im Kopf bei dem Wort) bei einer oder mehrerer Wurmarten. Zunächst sollte jedem von uns klar sein, dass jegliche Art von Würmern nicht in den Darm eines Hundes gehören und auch der Hundehautwurm gehört zu den Parasiten auf die wir sicherlich alle gut verzichten können.

Jedoch sollten wir nicht vergessen, dass es sich auch bei Wurmkuren um durchaus giftige Substanzen handelt, die viele von uns regelmäßig ihren Hunden verabreichen. Zwar behaupten die Hersteller immer wieder gern, dass die eingesetzten Neurotoxine <em>– man spricht offenbar ganz bewusst nicht von Nervengift – lediglich bei Würmern wirken und für den Hund somit völlig ungefährlich sind, aber ein Blick in die „Zutatenliste“ sollte uns im Sinne unserer Hunde zumindest schon einmal etwas nachdenklicher stimmen.

Keine Prophylaxe

Der Wichtigste Punkt ist ja, eine Entwurmung wirkt nicht vorbeugend, sondern immer nur auf die adulten Würmer (bei manchen Wirkstoffen auch auf die Larven), die zur Zeit im Hund aktiv sind. Wurmeier bleiben dabei immer verschont. Schon nach Verabreichung der Wurmkur
kann sich der Hund sofort mit neuen Wurmeiern anstecken aus denen sich dann adulte Würmer entwickeln.

Leider werden die Wurmkuren meistens verschrieben, ohne vorher zu testen, ob der Hund überhaupt Würmer hat. Mir selber ist nicht ganz wohl bei dem Gedanken, einfach mal so ohne Grund meinem Hund ein Gift zu verabreichen, welches andere Lebewesen tötet. Es wird immer so abgetan, als wenn solch eine Wurmkur kein Problem für einen Hund darstellt. Wie
ich selber bei Nele erfahren konnte, können unter Umständen heftige
Nebenwirkungen auftreten.

Nebenwirkungen der Wurmkur

Nele zum Beispiel, reagiert mit Lethargie,
deutlichem Unwohlsein und Bauchschmerzen. Dies hält einen Tag an. Auch in den folgenden Tagen ist sie deutlich ruhiger und macht einen schlappen Eindruck.

Wenn man sich vor Augen hält, das man seinem Hund mit jeder Wurmkur ein Nervengift verabreicht, bleibt es nicht aus, dass es auch einige Nebenwirkungen gibt. Besonders empfindliche Hunde können unter Umständen sehr stark auf eine Wurmkur reagieren.

In den Beipackzetteln diverser Hersteller
steht zum Beispiel:

Drontal:

in sehr seltenen Fällen können bei der Anwendung des
Tierarzneimittels milde und vorübergehende gastrointestinale Störungen in Form von vermehrtem Speichelfluss und/oder Erbrechen sowie milde und vorübergehende neurologische Störungen in Form von Ataxien auftreten.

Milbemax:

Nach der Behandlung von Hunden mit Milbemax® konnten in sehr
seltenen Fällen systemische Symptome (wie Lethargie), neurologische Symptome (wie Muskelzittern und Ataxie) und/oder gastrointestinale Symptome (wie Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit und Speicheln) beobachtet werden.

 

Sehr selten hört sich natürlich erst einmal nicht schlimm an
aber wie oft melden Hundebesitzer solche Nebenwirkungen ihrem Tierarzt und wie oft geben Tierärzte dieses an die Pharmaunternehmen weiter. Nach meiner persönlichen Erfahrungen mit meinen bisherigen Hunden und den Hunden in meiner Umgebung zeigt sich, das Nebenwirkungen weit aus häufiger vorkommen und ganz oft gar nicht mit der Wurmkur in Verbindung gebracht werden z.B wenn der Hund abends die Wurmkur erhält aber morgens die Nebenwirkungen zeigt (bzw. der Besitzer sie erst am morgenbemerkt oder gar nicht, weil sie unbemerkt über
Nacht aufgetreten sind.

Tierärzte bereichern sich durch Wurmkuren?

Das ist Quatsch! Eine Kotuntersuchung kostet ca 25 bis 30 Euro (plus eventueller Wurmkur bei Befall mit Würmern) und eine Wurmkur zum Beispiel für Nele ca 16 Euro. Also würden die Tierärzte viel mehr verdienen, wenn sie regelmäßige Kotproben mit eventueller Anschließender Entwurmung empfehlen würden.

Mein persönliches Fazit

Wurmkuren sind richtig und wichtig, wenn wirklich Wurmbefall vor liegt. Aber dieses sinnlose entwurmen alle paar Monate oder gar Wochen halte ich für mich persönlich für nicht sinnvoll. Bei Nele wird alle 3 Monate eine Kotprobe (über 3 Tage) gesammelt und auf Wurmbefall untersucht. Bisher war sie, bis auf einen Giardienbefall als sie zu mir gekommen ist, immer wurmfrei. Sie hat also in den 1,5 Jahren in denen sie bei mir ist nur eine Behandlung gegen Giardien bekommen und sonst nichts. Wenn ich der Empfehlung der meisten Tierärzte gefolgt wäre (für einen Hund, der viel in Wals-und Feld unterwegs ist, buddelt und auch mal ne Maus frisst) hätte ich ihr 6 Wurmkuren (Cocktails trinkende Würmer erscheinen vor meinen Augen) ganz ohne Grund gegeben.

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