Alltägliches,  Gesundheit

Die Laufigkeit der Hündin

Nele ist nicht kastriert (zum Glück) und so wird siemit schöner Regelmäßigkeit läufig. Durch Gespräche mit anderen Hundehaltern ist mir aufgefallen, wie erschreckend wenig sie über die Läufigkeit der Hündin wissen. Dabei gehört es (nicht nur aber gerade) für Hündinnenbesitzer zum absoluten Muss über den Zyklus und die Läufigkeit Bescheid zu wissen.

Die Phasen der Läufigkeit

Die Läufigkeit lässt sich in 4 Phasen einteilen:

  • Phase 1 – Die Vorbrunst (Proöstrus)
  • Phase 2 – Die Brunst (Östrus)
  • Phase 3 – Die Nachbrunst (Metöstrus)
  • Phase 4 – Die Ruhephase (Anöstrus)

Phase 1 – Die Vorbrunst (Proöstrus)

Dauer: 3-18 Tage
In dieser Phase setzt die Blutung der Hündin ein. DIe stärke der Blutung kann von Hund zu Hund stark variiren. Bei einigen Hündinnen fällt es kaum auf, auch weil sie sich gründlich sauber halten. Andere wiederum bluten so stark, dass sie mit dem Putzen nicht hinter kommen und eine Spur von Blutflecken hinter sich herziehen oder Flecken hinterlassen wenn sie irgendwo sitzen oder liegen. Auch von Läufigkeit zu Läufigkeit kann die Stärke der Blutung variiren.

Bei Nele ist mir aufgefallen, dass die Läufigkeit im Frühjahr meist mit weniger Blut verbunden ist, als die im Herbst.

In dieser Phase ist die Hündin noch nicht deckbereit, riecht aber für Rüden schon sehr atraktiv. Durch vermehrtes Markieren (absetzen von Urin in kleinen Mengen) teilt sie den Rüden in ihrer Umgebung mit, dass sie Läufig ist. Zum Ende dieser Phase wird die Blutung dann allmählich schwächer und die Hündin kommt in die nächste „heiße“ Phase.

Phase 2 – Die Brunst (Östrus)

Dauer: 3 – 21 Tage
Die Blutung wird nun entweder sehr hell oder hört komplett auf. Die schwellung der Scham nimmt etwas ab (sie wird faltiger). In dieser Phase finden mehrere Eisprünge statt und die Hündin zeigt sich deckbereit. Nicht nur die Rüden versuchen in dieser Zeit zu der Hündin zu gelangen, auch die Hündin sucht aktiv nach Rüdenkontakt.

Man nennt diese Phase auch „Standhitze“ Die Hündin weist rüden nicht mehr ab, sondern dreht ihnen einladend ihr Hinterteil zu und legt die Rute beiseite.

Absolute Leinenpflicht und auch Aufsicht, wenn die Hündin frei auf dem Grundstück laufen kann ist Pflicht. Hunde sind mitunter sehr erfindungsreich wenn es darum geht zueinander zu kommen.

Phase 3 – Die Nachbrunst (Metöstrus)

Dauer: 9 – 12 Wochen
Die Symptome der Läufikkeit klingen nach und nach ab. Zu Begin dieser Phase kann es vorkommen, dass die Blutung zuerst wieder dunkler und mehr wird, bevor sie komplett aufhört. Die Scham schwillt komplett ab und erreicht wieder die Größe wie vor der Läufigkeit.

Die Äußeren Anzeichen der Läufigkeit bilden sich recht schnell wieder zurück. Die Hormone brauchen bedeutend länger um wieder auf ihr normales Maß zu kommen. Die Hündin bildet nach dem Eisprung sogenannte Gelbkörper. Die Gelbkörper produzieren das Hormon Progesteron, welches zur Erhaltung der Trächtigkeit dient und auch Hündinnen die nicht gedeckt wurden, bilden dieses Hormon. Der nun sinkende Progesteron-Spiegel stößt die Ausschüttung des Hormones Prolaktin an. Dieses wiederum kurbelt die Milchproduktion an, dadurch tritt bei manchen Hündinnen eine Scheinschwangerschaft auf.

Die Ruhephase (Anöstrus)

Diese Phase bedeutet die Zeit zwischen den Läufigkeiten und ist von Hündin zu Hündin und auch manchmal bei ein und derselben Hündin unterschiedlich lang. Ich hatte Hündinnen bei denen dauerte diese Phase fast auf den Tag genau 6 Monate, bei anderen schwankt es zwischen 4 und 12 Monaten. Nele sind es 5 bis 6 Monate. Diese Phase endet mit dem Eintritt in die Vorbrunst (Proöstrus)

Stimmungswechsel kommen auch bei der Hündin während der Läufigkeit vor
plötzliche Stimmungswechsel kommen auch bei der Hündin während der Läufigkeit vor

Scheinschwangerschaft / Scheinträchtikeit


Dauer: 10 – 30 Tage
Hündinnen mit Symptomen von Scheinträchtigkeit rund 60 Tage nach ihrer Läufigkeit befinden sich in der gleichen hormonellen Situation wie ein tatsächlich trächtiges Tier. Die Symptome der Scheinträchtigkeit können zwischen zehn und dreißig Tagen anhalten und verschwinden danach in der Regel von selbst wieder, indem sie langsam abklingen.

Nele mit ihren Pseudo Welpen, die sie sich zur Scheinträchtigkeit aussucht – das Schwein war während der lezten Scheinträchtigkeit schon aktuell, das Lama hat sie erst ein paar Wochen und ist wohl auch ein prima Welpenersatz

In dieser Zeit ziehen sich viele Hündinnen zurück, bauen ein Nest und bemuttern ihre Stofftiere. Bei manchen ist die Scheinschwangerschaft so schwach ausgeprägt, dass sie kaum auffällt, anere ziehen das volle Programm durch. Hormonell durchläuft aber jede Hündin diese Phase.

Bei sehr starken Symptomen wie Milcheinschuss, verhärtetes und/oder entzündete Milchdrüsen kann eine Behandlung nötig sein. Hömöopathie kann hier gute Dienste leisten, wenn man nicht gleich beim Tierarzt mit Kanonen auf Spatzen schießen möchte. Aber auch Hömöopathie gehört in die erfahrenen Hände eines Tierheilpraktikers, der die richtigen Mittel in der Richtigen Dosierung speziell für eure Hündin ausfindig macht. Von Pauschalen Tipps aus dem Internet rate ich dringend ab und werde darum hier auch keine Mittel nennen.

In der Natur macht die Scheinträchtigkeit durchaus Sinn. Da Hündinnen (wie bei Wölfen) in einem Rudel oft gleichzeitig läufig werden, können sich dann alle aktiv an der Aufzucht des Nachwuchses beteiligen, auch wenn nur eine Welpen bekommt.

Nele bildet nur psyschiche symptome und keine physischen. Und das auch nicht besonders ausgeprägt. Diese Jahr hat sie Schwein und Lama als Kinder ausgewählt und bemuttert diese ein bisschen. Sie fiept ab und anmal rum und scheint (anders als sonst) eher unentschlossen in dem was sie will. Diese Phase dauert bei ihr ca 2 Wochen und dann sind Schwein udn Lama wieder out – bis zum nächsten mal.

Bei stärkeren Symptomen empfielt es sich ihr die „Pseudokiner“ weg u nehmen und sie abzulenken. Kein Bedauern und kein Eingehen auf ihr gejammer. Dann löst sich diese Phase oft recht schnell auf.

Es kann hilfreich sein, die Kalorinzufuhr der Hündin kritisch im Auge zu behalten und auf Zugabe von Calcium, beispielsweise Käsestückchen als Leckerli zu verzichten, da das die Milchproduktion fördern würde. Keinesfalls sollten Milch oder Milchprodukte verfüttert werden.

Fragen rund um die Läufigkeit

Kommen Hündinnen in die Wechseljahre?

Bei vielen Hundehaltern ist immer noch weit verbreitet, dass Hündinne, wie wir Menschen in die Wechseljahre kommen. Das ist ein Irrtum. Hündinnen werden bis an ihr Lebensende läufig. DIe Läufigkeit kann schwächer ausgeprägt sein, seltener auftreten aber ein komplettes Ausbleiben der Läufigkeit ist ein Grund mit dem Tierarzt Rücksprache zu halten

Haben Hündinnen Schmerzen während der Läufigkeit.

Wir Frauen kennen das von uns. Häufig ist der Zyklus mit Schmerzen oder Unwohlsein verbunden. Bei einer normal verlaufenden Läufigkeit hat die Hündin keine Schmerzen. Schmerzen während der Läufigkeit sind ein Indiz dafür, dass irgendwas nicht stimmt und sollte abgeklärt werden.

Muss ich zum Spaziergang wärend der Läufigkeit woanders hin fahren?

Müssen muss man das nicht aber ein Spaziergang in einer Region mit hoher Rüdendichte kann sowohl für dich als auch für deine Hündin sehr stressig werden. Für einen entspannten Spaziergang mit Nele während ihrer Läufigkeit wähle ich dann doch lieber Orte an denen das Risiko einer Hundebegegnung möglichst gering ist. Da Nele aber mit ins Büro kommt und hier in der Stadt sich nun mal Hundebegegnungen nicht vermeiden lassen, kann ich auch aus Erfahrung sprechen, dass sich alles händeln lässt. Zum Glück bin ich hier in Weimar nur selten auf unverständnis anderer Hundehalter gestoßen. Da ich eh keinen Kontakt mit anderen Hunden an der Leine zulasse und Nele die gesamte Läufikeit an der Leine bleibt, haben wir nur bei den selten vorkomenden frei laufenden Rüden mal ein klein bisschen Stress.

Wann wird eine Hündin das erste Mal läufig?

Auch diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Manche Hündinnen kommen bereits mit 5 Monaten in die Phase der ersten Läufigkeit, andere lassen sich damit unter Umständen bis zum 2. Lebensjahr Zeit. Als Faustregel lässt sich sagen, kleinere Hunderassen werden früher das 1. Mal läufig, sehr große Hündinnen eher später. bei sehr ursprünglichen Rassen kann es auch sein, dass die Hündin generell nur einmal im Jahr läufig wird.

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