Anschaffung

Ein Welpe zieht ein Teil III

Die ersten Tage im neuen Heim

Alles ist bis ins kleinste Detail vorbereitet und geplant, du hast den richtigen Züchter bzw. Tierschutzverein gefunden, das neue Heim ist vorbereitet und der Welpe zieht ein. Was nun? Wie gestaltest du nun am besten die ersten Stunden und Tage mit deinem neuen Welpen um ihn und dir das Leben nicht unnötig schwer zu machen? Ein paar kleine Tipps gibt es im folgenden Artikel.

Die Fahrt ins neue Zuhause

Am günstigsten ist es, wenn ihr euren Welpen zu zweit abholt. So kann sich einer auf das Autofahren konzentrieren und der andere ist ganz für den Welpen da. Kann ihn beruhigen und streicheln und ihm seine erste Autofahrt so angenehm wie möglich machen. Hier schon werden die ersten Weichen gestellt ob euer Hund später mal gerne mit dem Auto mitfährt.

Bei längeren Fahrten sollten Pausen eingeplant werden. Der Welpe, so er denn nicht die ganze Autofahrt verschläft, wird sich lösen müssen und auch ein wenig herum laufen kann nicht schaden. Wenn möglich an einer ruhigen Stelle anhalten – nicht unbedingt an einer überfüllten Raststätte an der Autobahn. Vermeidet stress und Lärm und unnötige Aufregung. Die ganze Sache an sich ist für den Welpen schon aufregend genug.

Im neuen Zuhause angekommen

Bevor ihr eurem Welpen sein neues Zuhause zeigt, sollte er noch einmal die Möglichkeit haben sich zu lösen, damit nicht gleich als erstes ein Häufchen oder See auf dem Wohnzimmerteppich landet.

Veranstaltet keine Party mit möglichst vielen Leuten. Der Welpe sollte erst einmal ganz in Ruhe ankommen können ohne von viel Lärm und Trubel noch mehr gestresst zu werden

Nele an ihrem ersten Tag im neuen Zuhause
Nele an ihrem ersten Tag bei mir.

Erkundet gemeinsam sein neues Zuhause

Den ersten Fehler machen viele leider gleich am Anfang. Sie lassen den Welpen selbstständig die Wohnung erkunden. Er darf sich alles selbständig ansehen und lernt dabei nur, dass es jetzt schon keine Führung durch euch gibt.

Stattdessen solltet ihr dem Welpen Stück für Stück zeigen wo er jetzt lebt, wo sein Platz ist, wo das Wasser steht und auch mögliche Plätze an denen er sich nicht aufhalten soll, müssen jetzt schon klar definiert werden. Je eher er lernt, was er darf und was nicht, um so einfacher wird es für ihn und für euch.

Nach der Erkundungstour geht es wieder nach draußen zum Lösen und dann auf seinen Platz. Er wird müde sein und die Eindrücke des Tages Verarbeiten wollen. Vor allem Welpen brauchen noch sehr viel Schlaf und Ruhe (siehe „Wie viel Schlaf braucht mein Hund?“)

Wo sollte der Welpe nachts schlafen?

Der Idealfall wäre tatsächlich neben euch im Bett. Der Welpe ist es gewöhnt neben seinen Geschwistern zu schlafen. Er braucht Wärme und Körperkontakt. Die Nächte werden deutlich ruhiger sein, wenn der Welpe bei euch schlafen darf und ihr merkt sofort, wenn er wach wird und nach draußen muss.

Soll der Hund später nicht im Bett schlafen dürfen, dann kann man diese Regel später immer noch aufstellen. Das ist übrigens die Einzige Regel, die man am Anfang unbedingt nicht einhalten sollte.

Sollte es für euch ein absolutes No-Go sein, dann bekommt der Welpe einen Platz direkt neben eurem Bett. Absolut gar nicht geht, den Welpen gleich von Anfang an in einem anderen Raum schlafen zu lassen. Er ist in einer komplett neuen Umgebung, Mutter weg, Geschwister weg und seine bisherigen Bezugspersonen weg. Dazu noch in einer komplett neuen Umgebung. So kann ein Welpe nur lernen, dass er von seiner neuen Familie gleich komplett alleine gelassen wird. Kein schöner Start in eine vertrauensvolle Beziehung.

Ab wann beginnt die Erziehung?

Sofort! Auch in seinem bisherigen Rudel gab es Regeln, die es zu befolgen galt. Hundemütter sind da mitunter sehr streng. Auch du solltest dir vorher schon klar überlegt haben, was der Welpe darf und was nicht. Da gibt es dann auch keinen Welpen Bonus oder einen Bonus, weil der Welpe gerade erst eingezogen ist. Schlechte Angewohnheiten und Verhaltensweisen sind viel schwerer wieder abzugewöhnen, als sie gar nicht erst einschleichen zu lassen.

Ruhe, Ruhe, Ruhe!

Was euer Welpe nun am allermeisten braucht ist Ruhe. Welpen neigen dazu sich zu überschätzen. Nach müde kommt blöd und sie drehen dann so richtig auf. Achte bitte darauf, dass der Welpe seine benötigten Ruhezeiten bekommt und wenn er sich die nicht von alleine nimmt, dann sorge dafür, dass er zur Ruhe kommt. (siehe: „Wie kommt mein Hund zur Ruhe?“)

Natürlich soll der Welpe auch sozialisiert werden, seine Umwelt erkunden und mit den gängigsten Umweltreizen vertraut gemacht werden. Dies aber alles mit Sinn und Verstand und in Maßen. Ein Welpe, der vor lauter Reizüberflutung nicht mehr weiß wohin, ist einfach nur überfordert und nicht gut sozialisiert. Schaut auf euren Welpen, wie verhält er sich, ist er gelassen und neugierig oder schon überfordert. Das hängt ganz individuell von jedem Welpen ab. Was für den einen schon zu viel ist, kann für den anderen schon zu viel sein. Gerade in den ersten Tagen ist weniger oft mehr. Wenn der Welpe sich eingelebt hat, könnt ihr euer Sozialisierungsprogramm immer noch starten

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