Alltägliches

Wandern mit Hund

Nele läuft gerne. Ich laufe sehr gerne. Was liegt da näher als gemeinsam zu laufen. Oder noch besser gemeinsam zu wandern. Im April steht für uns eine klitzekleine Reise an, bei der wir auch ausgiebig Gelegenheit haben werden, in einer wunderschönen Umgebung, zu wandern. Also habe ich mir einmal Gedanken gemacht, was es zu beachten gibt. Vor einer Tour, während einer Tour und auch nach einer Tour.

Gute Vorbereitung ist ein Muss!

Zuerst einmal sollte man sich gut überlegen ob der Hund schon alt und fit genug ist für eine Wanderung. Auch sollte die Schwierigkeit der Strecke und die Länge auf die Kondition und die Fitness eures Vierbeiners abgestimmt sein. Bei Welpen und Junghunden sind das Skelett, die Bänder und Muskeln noch nicht kräftig genug um ausgiebige Wanderungen unbeschadet zu überstehen. Ab einem Alter von 12-15 Monaten (je nach Größe und Rasse des Hundes) kann hiermit begonnen werden. Lieber etwas länger warten und die Kondition des Hundes sorgfältig und langsam aufbauen, als zu riskieren, das es zu irreparablen Schäden am Bewegungsapparat kommt.

Langsam länger werdende Spaziergänge, Bergauf und Bergab laufen und auch mal ein paar Strecken abseits befestigter Wege trainieren euch und euren Hund. So erkennt ihr auch ganz gut, wo die Grenzen von eurem Hund (und von euch) sind. Mitten in der Wanderung fest zu stellen, dass einer von euch Beiden nicht mehr kann bringt alles andere als Freude.

Die Ausrüstung beim Wandern

Gerade auf längeren Wanderungen ist es wichtig einige Sachen Dabei zu haben um im Notfall schnell reagieren zu können. Wasser für euch und euren Hund sowie einen Wassernapf. Es gibt sehr schöne Reisenäpfe, die klein zusammen gefaltet nicht viel Platz weg nehmen. Man kann sich vorab informieren ob es auf der Route Quellen gibt, an denen man seine Trinkvorräte auffüllen kann. Für den Hund tut es zur Not auch ein sauberer Bach. Bitte eure Hunde, gerade im Sommer, nicht aus stehenden Gewässern trinken lassen. Die Gefahr von mit Keimen belasteten Wasser ist dort sehr hoch. Je kleiner das Gewässer, desto höher das Risiko.

Auch eine kleine Erste-Hilfe Ausrüstung kann gute Dienste leisten. Schnell ist mal eine Pfote verletzt (Nele ist da Spezialistin drin) und auch sonst kann es mal bei euch oder eurem Hund zu einer Verletzung kommen. Da ist ein bisschen Material um einen Druckverband anzulegen nicht verkehrt. Eine Pinzette um Dornen zu entfernen und eine Zeckenzange sollten ebenfalls mit ins Gepäck. Such die Telefonnummer des nächstgelegenen Tierarztes sollte mit dabei sein. Man kann nie wissen und manchmal reicht der Empfang vielleicht nicht aus um erst im Netz danach zu suchen.

Packlistefür die Wanderung:

  • Wasservorrat
  • Faltbarer Wassernapf
  • Futter (am besten Trockenfutter)
  • Erste-Hilfe-Set mit Verbandsmaterial, Desinfektionsspray, Mullbinden, Schutzschuh, Cremes, Pinzette, Schere, sterile Kochsalzlösung, Augentropfen, Zeckenzange
  • Tragegurt oder Hunderucksack
  • Decke
  • Schutzkleidung
  • Handtuch

Je nach Region, Jahreszeit (Stichwort: Brut- und Setzzeit) und Gehorsam eures Hunde wird er vermutlich an der Leine bleiben müssen. Ein gut sitzendes Geschirr ist hier von Vorteil. Auch im Hinblick darauf, dass ihr eurem Hund hier und da unterstützen müsst. Da ist ein einfacher Griff ins Geschirr schonender als ihn am Halsband zu halten. Ein Bauchgurt an dem die Leine befestigt werden kann, hält euch die Hände frei. In freiem Feld schafft eine Schleppleine eurem Hund mehr Bewegungsfreiheit. Im Wald ist eher eine kürzere Leine sinnvoll.

Wandern mit Nele
Nele und ich sind sehr gerne auf kleinen, mittleren oder auch mal größeren Wanderungen unterwegs.

Die Route vorbereiten

Schaut euch vorher die Route genau an. Wie lang ist sie und welchen Schwierigkeitsgrad hat sie? Welche Probleme können auf euch und euren Hund treffen. Müssen eventuell Brücken überwunden werden, oder führe enge Wege an Abhängen entlang. Überlegt euch wie ihr diese Hindernisse gemeinsam mit eurem Hund meistern könnt. Ein Hund, der gezwungen werden muss oder Angst hat, hat sicher keinen Spaß am wandern. Fangt lieber langsam an und steigert den Schwierigkeitsgrad langsam.

Es gibt mittlerweile eine große Anzahl an Wanderführern, die sich auch mit der Wanderung mit Hunden beschäftigen und schöne Routen vorschlagen. Auch das Internet bietet hier eine breite Auswahl:

Während der Tour

Nun ist es soweit und ihr seid unterwegs. Achtet auf euren Hund und legt regelmäßig Pausen ein. Zeigt der Hund schon Erschöpfungssymptome ist es bereits zu spät. Gerade im Sommer lieber einmal zu oft eine kleine Trinkpause einlegen. Wichtig zu beachten ist – besonders im Sommer: Hunde schwitzen kaum und regulieren ihren Wärmehaushalt über das Hecheln. Kurze Schnauzen wie Boxer überhitzen daher schneller, sie können über die Nase weniger Wärme abgeben. Für alle Hunde gilt: Sie laufen ein Vielfaches von ihren zweibeinigen Begleitern.

So bleibt einem auch selber mehr Zeit um die Schöne Landschaft zu genießen. Wandern soll Spaß machen und kein Wettlauf sein. Also ruhig angehen lassen und gemeinsam mit eurem Hund erleben und genießen.

In manchen Regionen kann es sein, dass man während einer Wanderung auch Viehweiden durchqueren muss. Die tödliche Attacke einer Kuhherde auf eine Wanderin mit Hund in Nordtirol und der Angriff auf einen Bergsteiger – ebenfalls mit Hund – am Watzmann in den Berchtesgadener Alpen haben gezeigt, dass man mit Hund eher zum Angriffsziel von Wildtieren und Herden wird als ohne. Um Kühe solltet ihr daher soweit es geht einen Bogen machen. Leider ist es nicht immer möglich sich vorab zu informieren ob das überqueren einer Viehweide mit in die Tour fällt. Zur Not kann es hilfreich sein bei der zuständigen gemeinde nachzufragen ob Weiden überquert werden müssen und ob diese gerade genutzt werden.

Nach der Wanderung

Untersucht euren Hund nach der Wanderung auf Verletzungen (gerade an Pfoten und Beinen) und Parasiten (z.B. Zecken). Lasst ihm nun die benötigte Ruhe um die Eindrücke zu verarbeiten und sich zu erholen, bis ihr zur nächsten Wanderung aufbrecht. Gerade bei einen Hund, der es nicht gewöhnt ist kann es sehr wahrscheinlich sein, dass ihn am nächsten Tag ein wenig Muskelkater plagt – genau wie euch. Ein Entspannungstag nach der Tour mit leichten Bewegungen und viel Ruhe wird euch beide fit für die nächste Wanderung machen.

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