WIe kommt mein Hund zur Ruhe
Alltägliches

Wie kommt mein Hund zur Ruhe

Als Nele im Alter von 4,5 Monaten zu mir kam, war sie immer voll auf ON. Sie kannte nur zwei Zustände entweder hellwach oder schlafend. Wobei letzteres leider viel zu wenig war. Gerade junge Hunde brauchen viel Schlaf (siehe Wieviel Schlaf braucht mein Hund). Durch das Schlafdefizit war Nele noch überdrehter und an Ruhe oder Konzentration war überhaupt nicht mehr zu denken. In diesem Beitrag erzähle ich euch, wie ich es geschafft habe aus der Hibbel-Nele einen Hund zu machen, der auch entspannen kann. Sie nimmt sich mittlerweile den Schlaf, den sie braucht und ist deutlich entspannter und ausgeglichener geworden.

Nach müde kommt blöd

Das ist ein alter Ausspruch, der aus der Kindererziehung kommt. Er passt auch vortrefflich auf Hunde. Hat ein Hund nicht gelernt zur Ruhe zu kommen und seine Ruhephasen einzuhalten und sich auch zu nehmen, wird er unkonzentriert und überdreht. Nele war so ein Fall. Sie ging über Tisch und Bänke, war immer in Aktion und mit jedem Tag wurde es schlimmer. Sie schlief oder ruhte tagsüber kaum und die paar Stunden in der Nacht reichen bei weitem nicht aus um das Ruhebedürfnis eines so jungen Hundes zu decken.

zu wenig Ruhe sorgt bei Nele für viel Unsinn
zu wenig Ruhe sorgt bei Nele für viel Unsinn

Ruhe in den jungen Hund bringen

Erster und vielleicht wichtigster Schritt ist, sich nicht von der Unruhe des Hundes anstecken zu lassen. Hört sich blöd an, ist aber so. Nur wenn ich selbst ruhig bin und Ruhe ausstrahle, kann ich das auch von meinem Hund verlangen.

Es ist sicher nicht immer die Einfachste Übung bei einem Hund, der so nervös und hibbelig ist ruhig zu bleiben. Es hilft aber ungemein selber erst einmal tief durchzuatmen und „runter zu kommen“.

Ruhe durch eine Box

Nele habe ich recht schnell an eine Box gewöhnt. wir haben eine Softbox gekauft und sie erst einmal nur ins Wohnzimmer gestellt. Sie sollte sich ein paar Tage daran gewöhnen. Dann gab es leckerchen in der Box. Erst nur ganz kleine, später dann auch größere an denen sie länger kauen musste. Auch das Futter bekam sie dann ausschließlich in der Box.

Bei diesen ersten Schritten war die Box noch offen. Als ich das Gefühl hatte, sie hat keine Probleme mit der Box, wurde die Tür zu gemacht aber noch nicht verschlossen und noch bevor sie fertig war mit fressen wieder auf gemacht. Später wurde die Tür dann auch geschlossen und noch später dann auch noch einen Moment nachdem sie fertig war mit fressen zu gelassen.

Inzwischen mochte Nele ihre Box sehr und wir haben sie dann auch zum schlafen rein geschickt. Am Anfang immer wieder bis sie drin liegen geblieben ist – später auch hier dann mit geschlossener Box. leichte Proteste wurden ignoriert und die Box erst wieder auf gemacht nachdem sie kurz ruhig war (da müsst ihr fix sein und das Timingmuss stimmen. Nach und nach habe ich dann die zeit in der Box verlängert. Sie ging dann auch immer öfter von selber rein zum schlafen und auch heute ist eine Höhle ihr sicherer Rückzugsort.

Die Box hatte sie mit Ruhe und entspannung verbunden. So konnte ich sie immer, wenn ich das Gefühl hatte sie braucht Ruhe mit etwas zu kauen in die Box schicken und sie hat dann nach dem kauen dort geschlafen.

Auch wenn wir auf der Arbeit sind hat Nele ihren Rückzugs- und Entspannungsort dabei
Auch wenn wir auf der Arbeit sind hat Nele ihren Rückzugs- und Entspannungsort dabei

„Ruhe üben“ für draußen

Nele war auch draussen einfach viel zu aufgeregt um überhaupt ansprechbar zu sein. Ich hab dann angefangen auch wärend der Spaziergänge Ruheübungen einzubauen.

Schlendern statt Laufen bring Ruhe in den Spaziergang

Zum Beispiel einfach mal einen wirklich langsamen SPaziergang einbauen. Ohne Zeitvorgabe und ohne ein bestimmtes Ziel erreichen zu wollen. Schlendern, den Hund schnüffeln lassen und sich ganz viel Zeit nehmen. Auch könnt ihr mal inne halten und mit eurem Hund gemeinsam einfach nur schauen und beobachten.

Ruhe durch vernünftigen Tagesablauf

Viele Hunde werden aus Unwissenheit (davon gehe ich jetzt mal aus) künstlich hoch gepuscht. Ein straff gefüllter Terminplan für den Hund, um diesen auch ja genügend auszulasten. Beobachtet man allerdings mal Hunde oder Wölfe, was die so den ganzen lieben langen Tag tun, ist dies vor allem Ruhen und Reläxen. Gar nicht mal der tiefe Schlaf aber einfach entspannt in der Gegend rum liegen und dösen. Keiner käme von allein auf die Idee sich den Tag mit Aktivitäten voll zu stopfen.

Sicher ist Beschäftigung eine gute Sache aber sollte immer auf den Hund abgestimmt sein. Einen hibbeligen und überdrehten Hund bekomme ich durch viel Aktivität nicht ausgelastet, sondern eher noch hibbeliger und überdrehter.

ZUhause ist Nele mittlerweile die Ruhe in Person (Hund)
ZUhause ist Nele mittlerweile die Ruhe in Person (Hund)

Habt ihr auch einen Hund, der schlecht zur Ruhe kommt? Habt ihr das Problem vielleicht sogar gelöst und auf ganz andere Weise als hier beschrieben

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