Erziehung

Impulskontrolle beim Hund

Kennst du das, wenn der Hund beim Anblick einer Katze komplett ausrastet, in die Leine springt und sich wie wild gebärdet? Wenn er vor Freude jeden anspringt und draußen alles frisst, was er findet und du ständig in der Angst lebst, es könnte was vergiftetes dabei sein? Dann ist vermutlich das Thema Impulskontrolle genau das richtige für dich.

In Neles ersten Jahr bei mir mussten wir viel Arbeit in das Thema Impulskontrolle investieren. Heute ist das aber zum Glück nur noch sehr selten ein Thema bei uns.

Was bedeutet Impulskontrolle?

Impulskontrolle ist ganz einfach ausdrückt die Fähigkeit seine Reaktion auf gewisse Reize zu kontrollieren.  Manche nennen es auch Selbstbeherrschung. Meist geht mangelnde Impulskontrolle einher mit einem sehr hohen Energielevel. Dieses ist nicht nur für den Hundehalter stressig und anstrengend, sondern vor allem auch für den Hund. Das Ziel die Impulskontrolle bei deinem Hund zu trainieren ist letztendlich ein entspannter und weniger gestresster Hund.

Was ist fehlende Impulskontrolle?

Impulskontrolle ist nicht bei jedem Hund gleich ausgeprägt. Während der eine mit stoischer Ruhe auf Außenreize reagiert, gerät ein anderer schon beim kleinsten völlig aus der Fassung. Dazwischen gibt es eine Bandbreite von Variationen. Als Hundehalter merkt man mangelnde Impulskontrolle oft, bei Hundebegegnungen, während der Fütterung, beim Anblick von Katzen oder Wild und beim Spielen. Egal ob mit dem Menschen oder bei anderen Hunden. Wenn dein Hund in bestimmten Situationen einfach nicht zur Ruhe zu bringen ist, dann leidet er unter mangelnder Impulskontrolle.

Wozu braucht ein Hund Impulskontrolle?

Inzwishen hat Nele eine sehr gute Impulskontrolle wenn wir auf Wild stoßen

Impulskontrolle braucht euer Hund jeden Tag und über den Tag verteilt immer wieder. In manchen Situationen fällt es uns vielleicht gar nicht mehr auf in anderen dann vielleicht schon. Es kann auch sein, dass die Impulskontrolle abnimmt, wenn der Hund besonders vielen Situationen ausgesetzt war, die diese von ihm abverlangen.

Ich stelle Impulskontrolle gerne als Gefäß da in dem sich eine bestimmte Anzahl von Kugeln befinden. Je nach Hundetyp mehr oder weniger. Bei einem Hund mit sehr guter Impulskontrolle ist das Gefäß randvoll, bei einem Hund mit sehr mangelhafter fast leer.

Immer wenn nun ein Hund auf einen Reiz trifft und dem nicht nachgehen kann verschwindet eine Kugel aus dem Gefäß. Bei einem Hund mit wenig Impulskontrolle ist das sehr schnell das Maß voll bzw. das Gefäß leer und sie reagieren über.

Ein Hund mit sehr guter Impulskontrolle kann dagegen den ganzen Tag davon zehren. Aufgeladen wird das Gefäß bei Entspannung. Egal ob schlaf oder ruhen oder eben was den Hund sonst entspannt. Nele und ich laden uns dann beim kuscheln und kraulen gegenseitig wieder auf 🙂

Ist Impulskontrolle lernbar?

Bis zu einem gewissen Grad definitiv. Allerdings sollte man schon realistisch an die Sache heran gehen. Aus einem Hund, der bei jedem kleinsten Reiz sofort ausflippt, wird vermutlich nie ein in allen und unbegrenzt bei jedem Reiz gelassener Hund werden. Aber es ist schon eine deutliche Besserung möglich und auch bei besonderen Schlüsselreizen eine gute Kontrolle möglich. Bei Nele heißt dieser Schlüsselreiz Katze. Die eigene zu Hause ist kein Problem aber alles andere war ein dunkelrotes Tuch für sie. Nach viel Arbeit an der Impulskontrolle ist es deutlich besser geworden aber so ca. ab der 5. Katze ist ihr Kontingent an Kontrolle dann aufgebraucht. Wir üben weiter 😉

Übungen zur Impulskontrolle

Sehr wichtig bei allen Übungen ist, deinen Hund nicht noch zusätzlich in Anspannung, Aufregung oder Stress zu versetzen. Überlege dir daher vorher genau, wie du die Übungen aufbauen und durchführen willst. Und wie bei allen anderen Übungen ist hier auch wichtig dran zu bleiben und durch Wiederholungen den Übungserfolg zu festigen.

Noch ein wichtiger Punkt, die Impulskontrolle muss sich für deinen Hund lohnen. Biete ihm also im Gegenzug etwas, was er gerne mag. Das kann von und zu Hund sehr unterschiedlich sein. Bei dem einen ist das Futter, bei dem anderen ein Spiel. Du kennst deinen Hund am besten und weist, was auf seiner Lieblingsliste ganz oben steht.

Halte zu Beginn der Übungen den Reiz möglichst gering. So dass die Entscheidung dem Reiz nicht nachzugehen für deinen Hund noch sehr einfach ist. Wenn du zum Beispiel die Impulskontrolle bei Sichten von Wild trainieren willst, dann stelle dich im Wildpark nicht gleich direkt vor das Gehege, sondern so weit entfernt, dass dein Hund noch relativ gut auf dich reagiert.

Ersatzhandlungen anbieten!

Biete deinem Hund an, was er stattdessen tun soll. Er soll dem Reiz nicht nachgehen aber was soll er stattdessen tun. Soll er bei Sichtung von Wild nicht hinterherrennen, sondern sich zum Beispiel hinsetzen und dir das Wild anzeigen? Noch einmal, der Hund entscheidet sich gegen den Reiz und das muss sich für ihn auch absolut lohnen!

Ab wann wird Impulskontrolle benötigt?

Ab dem ersten Tag bei euch zu Hause, könnt ihr mit kleinen Übungen anfangen die Impulskontrolle zu trainieren. Es wird euer Leben und vor allem das Leben eures Hundes deutlich entspannter werden lassen. Gerade bei Welpen, die bisher eigentlich fast so gut wie immer ihren Impulsen sofort nachgehen konnten ist es wichtig von Anfang an an der Impulskontrolle zu arbeiten.


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